Wild gepflückt, aus dem eigenen Garten geerntet oder von deinem Kräuterhof bezogen. Hier findest du unsere Urkräuter im Portrait.

[B]

Brennnessel

Wie sieht die Brennnessel aus und wo finde ich sie?

30-150 Zentimeter hoch, bestehend aus aufrechten Stängeln mit paarweisen Blättern und Brennhaaren auf der Blattoberseite. An die Wildkräutersammler: Am besten wachsen Brennnessel auf stickstoffhaltigem Erdreich und nährstoffreichen Waldböden zwischen April und Juni. Zur Ernte und Verarbeitung am besten Handschuhe tragen und die Blätter fein hacken. 

Warum ein heimisches Superfood?

Die Brennnessel gilt als Multitalent. Sie ist die hervorragende Begleiterin für Kuren, insbesondere im Frühjahr oder nach stressigen Phasen. Hierzu eignen sich Tees, Tinkturen oder gepresste Säfte des Wild- und Gartenkrauts besonders gut. Aber auch grüne Power-Smoothies lassen sich daraus zaubern. Die kräftige Farbe kommt durch das Chlorophyll der Pflanze, die bei uns sehr beliebt ist. Nicht umsonst gilt sie als sehr robust und wächst, wo man sie wachsen lässt. Brennnesselblätter sind eine schmackhafte Zutat in Salaten, Suppen oder Shakes. Auch in Aufläufen, Torten und Quiche gibt sie einen pikanten Geschmack, der an Spinat erinnert. Übrigens: Wusstest du, dass das Superfood es sogar auf Speisekarten renommierter Restaurants geschafft hat? Also: Einfach mal ausprobieren!

[G]

Gewöhnlicher Löwenzahn

Wie sieht der Löwenzahn aus und wo finde ich ihn?

Der Löwenzahn hat gezähnte Blätter und gelbe Blüten. Der Blütenstängel ist hohl und beim Pflücken der Blätter tritt weißer Milchsaft aus. Die Pflanze wird bis zu einem halben Meter hoch und blüht von April bis Juli. Fundorte sind Wiesen, Äcker, Wegränder und Lichtungen. Wer aufmerksam durch die Stadt oder den Wald spaziert, findet den Löwenzahn eigentlich überall. Ihr solltet den Löwenzahn aber nicht vom Straßenrand pflücken. Viel besser eignen sich hier Wiesen außerhalb der Stadt oder der eigene Garten, wo keine Abgase sind und keine Hunde ihr Revier markieren. 

Warum ein heimisches Superfood?

Alles ist verwertbar, von der Wurzel bis zur Blüte. In den Blättern ist besonders viel Vitamin C und Provitamin A enthalten. Die jungen Blätter des gewöhnlichen Löwenzahns werden gerne als Morgenroutine im Tee oder Smoothie verwendet. Insbesondere als Unterstützung bei Fastenkuren ist er sehr beliebt. Wir lieben den herb-aromatischen Geschmack im Salat oder als Pesto. Aus den Blüten lässt sich auch wunderbar ein köstliches Gelee machen. Wer den herben Geschmack nicht so gerne mag, kann die Blätter des Löwenzahns eine Weile in lauwarmem Wasser einlegen. 

Übrigens: Es gibt auch Löwenzahnhonig (kräftiges Aroma). Für ein Kilogramm Honig müssen Bienen über 100.000 Löwenzahnblüten besuchen.

[H]

Haferkraut

Wie sieht das Haferkraut aus und wo finde ich es?

Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit an Klima und Boden ist das Haferkraut fast überall zu finden und besitzt ein tiefgreifendes, gut verzweigtes Wurzelnetzwerk. Hafer ist eine äußerst bewegliche und elastische Pflanze. Wenn es windet, tanzen die filigranen Haferhalme leicht und fröhlich im Wind und lassen sich nicht knicken. Der Stängel des Hafers ist dank seines hohlen sowie rundlichen Halms sehr elastisch, weshalb er selbst einen Sturm, der ihn in alle Seiten biegt, meistern kann. Diese Leichtigkeit, Beweglichkeit und Elastizität verleiht dem Hafer seine innere Kraft. Wichtig für alle Gärtner: Das Kraut muss von der Blüte geerntet werden, damit all die wertvollen Inhaltsstoffe für uns Menschen verfügbar sind. 

Warum ein heimisches Superfood?

Bereits Hildegard von Bingen (1098-1179) entdeckte den Hafer für sich und schrieb: „Hafer stärkt die Nervenkraft“. Das Power-Gras unterstützt Menschen, zu sich zurückzufinden, die eigene Mitte kraftvoll zu spüren und die aktuelle Lebenssituation mit den Bedingungen, die sie mit sich bringt, zu bewältigen. Besonders beliebt und von vielen Heilpraktikern empfohlen ist der gelbe Haferkraut-Tee oder die Haferkrauttinktur. Der Haferkrauttee schmeckt sehr mild und leicht süßlich. Da er mehrmals am Tag getrunken werden kann, eignet er sich bestens dafür, morgens eine Kanne für den Tag zu Hause zuzubereiten oder auf die Arbeit zu nehmen. Wir empfehlen bei Wild- und Gartenkräutern stets darauf zu achten, dass sie chemisch unbehandelt sind. Falls du kein Haferkraut im Garten anbaust, achte bitte auf eine ökologische Qualität.

[K]

Kapuzinerkresse

Wie sieht die Kapuzinerkresse aus und wo finde ich sie?

In unseren Breitengraden wächst die Kapuzinerkresse in den Gärten vorwiegend einjährig, auch in Balkonkästen. Auffallend sind die schildförmigen Blätter, die annähernd kreisrund sind. Jedes Blatt besitzt neun Blattadern, die strahlenförmig vom Zentrum ausgehen. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün und riechen bzw. schmecken aufgrund der Senföle würzig scharf. Die auffälligen, großen Blüten sind der Namensgeber der Kapuzinerkresse. Das zipfelförmige Aussehen wurde früher mit den Kapuzen der Mönche verglichen. Die Blüten zeigen sich von Juli bis Oktober und haben ebenfalls ein senfähnliches Aroma; wenn auch milder. 

Warum mittlerweile ein heimisches Superfood?

Populär wurde die Pflanze im 19. Jahrhundert, als Ärzte die „Seefahrerkrankheit“ Skorbut erkannten, der durch einen Mangel an Vitamin C auftritt. Vitamin C enthält das südamerikanische Kraut in Mengen und die Samen lassen sich gut lagern. Zudem war es einfach, die Kapuzinerkresse mit der richtigen Erde auf Schiffen ziehen zu lassen. Auch in den Wohnblocks der Armen, unter deren Bewohner der Vitaminmangel weit verbreitet war, fand die Kapuzinerkresse Anklang. 1958 entdeckte schließlich ein gewisser Dr. Winter, dass die Bezylsenföle in Blüten und Blättern ein Mittel gegen Infektionen darstellen. 

Kapuzinerkresse ist ein grandioses Gewürz in der Küche – der Geschmack ist leicht pfeffrig. Deshalb empfiehlt sich Kapuzinerkresse nicht als Hauptzutat von Salaten oder Suppen, sondern als „i-Tüpfelchen“. In der Naturküche ist Kapuzinerkresse beispielsweise ein Star im Wildkräuter- oder Tomatensalat. Auch auf deinem Brot ein Genuss.

[L]

Lindenblüten

Wie sieht die Linde aus und wo finde ich sie?

„Dreihundert Jahre kommet sie, dreihundert Jahre stehet sie, dreihundert Jahre gehet sie.“ So lautet ein überlieferter Spruch und erinnert uns daran, dass die gute alte Linde 1000 Jahre alt werden kann. Was für ein Duft, den sie in der Stadt verströmt! Linden sind Laubbäume. Freistehende erkennt man unter anderem an dem geraden Stamm und der ausladenden Baumkrone, die viel Schatten spendet.

Die naturheilkundliche Wirkung des Lindenbaumes war schon früh bekannt. Der Laubbaum mit der ausladenden Krone kann am besten an den herzförmigen Blättern erkannt werden. Wenn ab Juni die Linden blühen, liegt ein besonderer, lieblicher Duft in der Luft. Die Blüten des Baumes haben eine gelb-weißliche Farbe. Die Frucht der Linde ist bis zu 10 mm groß und wie eine Kugel geformt. Zwischen den in Mitteleuropa heimischen Arten, der Winter- und Sommerlinde, gibt es bezüglich ihrer Merkmale kaum Unterschiede. Sobald die Linde in der Blüte steht – bei der Sommerlinde Anfang Juni, bei der Winterlinde einige Wochen später – können die Blüten gesammelt werden. Der Regen kann dafür sorgen, dass die Inhaltsstoffe der Blüten nicht mehr so konzentriert sind, deshalb so früh wie möglich in die Natur und die Blüten direkt nach dem Aufblühen pflücken.

Warum ein heimisches Superfood?

Der Lindenblütentee hat seinen festen Platz in der Naturheilkunde und ist der Klassiker, wenn es draußen kalt wird. Mit seiner kräftigen Note schmeckt er aromatisch und erinnert an einen frühsommerlichen Duft. Wenn du durchkältest nach Hause kommst und befürchtest, dass am nächsten Tag schon der Hals kratzen könnte, sind 1-2 Tassen heißer Lindenblütentee mit Honig das Richtige. Auch die Inhalation von Lindenblüten ist eine sehr beliebte Anwendung. Besonders Kamillenblüten, Salbeiblüten und Thymiankraut passen perfekt dazu. 

Die jungen, zarten Lindenblätter eignen sich auch wunderbar für Salate, Suppen oder grüne Smoothies. Ähnlich wie die Blüten des Holunders können die Lindenblüten zu einem Sirup angesetzt werden. Wir empfehlen ihn als köstliches Erfrischungsgetränk mit spritzigem Mineralwasser. Wichtig ist, frische Blüten zu verwenden, damit alle Wirkstoffe und Aromen in das Extraktionsgemisch übergehen können.

[R]

Ringelblume

Wie sieht die Ringelblume aus und wo finde ich sie?

Ringelblumen sind ein Muss für jeden Garten! Mit ihrem sonnengelben Aussehen verbreitet sie gute Laune. Botanisch gehört sie zur Familie der Korbblüter und wächst einjährig. Die Ringelblume ist schon so lange bei uns in den Gärten beheimatet, dass man nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, wo sie ursprünglich herstammt. Botanische Studien lassen eine Herkunft im Mittelmeerraum vermuten. Womöglich haben die Kreuzzüge am Ende des 11. Jahrhunderts zu ihrer Verbreitung beigetragen. Ringelblumen blühen je nach Aussaat von Mai bis zum ersten Frost. Sie wachsen buschig-aufrecht und bilden kantig verzweigte Stängel. Sie können je nach Sorte und Standort im Garten 20-60 cm hoch werden. Auch die Farben sind sortenabhängig verschieden – von cremegelb bis kaminrot.

Warum ein heimisches Superfood?

Ringelblumen sind nicht nur hübsch anzusehen und dienen Insekten als Nahrung, sondern sind auch für uns essbar – zumindest, wenn das Saatgut auf der Packung entsprechend gekennzeichnet ist. Die Blütenblätter kannst du frisch in Salaten, Dipps und für Kräuterbutter verwenden. Getrocknet sind sie der sensorische Pfiff in Kräutertees. In der Heilkunde schätzt man die Ringelblume für Wundsalben und Tinkturen.

[R]

Rosmarin

Wie sieht der Rosmarin aus und wo finde ich ihn?

Buschig, grünlich, verzweigte Sträucher mit braunen Ästen und einer abblätternden Rinde. So bekannt ist das Bild eines blühenden Rosmarins eher seltener, obwohl es das ganze Jahr über entstehen kann. Die Blüten weisen dann während der Blüte eine hellblaue, manchmal auch rosa oder weiße Krone auf. Viele hundert Arten gibt es mittlerweile und alle werden zu der Gattung Salvia gezählt. Im westlichen und zentralen Mittelmeerraum findet man häufig wilden Rosmarin, in unseren Breitengraden Mitteleuropas wird Rosmarin primär kultiviert. Dabei liebt der Rosmarin sonnige und kalkreiche Orte.

Warum ein heimisches Superfood?

Kaum ein Superfood wird so breit angewendet wie der Rosmarin. Ob als ätherisches Öl, Duftpflanze, in der Küche oder Heilkunde – in jedem dieser Felder werden spezifische Rezepturen seit jeher eingesetzt. Bekannt ist, dass Rosmarin den Körper in Schwung bringt und einen positiven Einfluss auf den Kreislauf hat. Und nun die Frage an Dich, wo Du den Rosmarin schon überall eingesetzt oder bereits verwendet hast. Unser Tipp, neben einem anregenden Rosmarintee, ist in jedem Fall Rosmarinhonig!

 

[S]

Sanddorn

Wie sieht Sanddorn aus und wo finde ich ihn?

Sanddorn ist in jedem Fall ein „Großer“ unter den Sträuchern, denn er kann bis zu 6m hoch werden. In Mitteleuropa stark verbreitet werden ab März die einzigartigen Blüten sichtbar. Ab August trägt der Sanddorn seine orangeroten Früchte mit voller Pracht. Ein jeder, der schon einmal diese Frucht in den Händen hielt, kennt die breiige Konsistenz des Fruchtfleisches, welche sich hinter der 6-8 mm großen Hülle verbirgt. Die Früchte werden übrigens gerne von Vögeln gegessen, die die Samen wieder ausscheiden und daher auch mit zu dessen Verbreitung beitragen. Ursprünglich kommt der Sanddorn aus Nepal. Eiszeitliche Verschiebungen trugen zu der weiteren Verbreitung bei und mittlerweile findet sich der Sanddorn unter anderem auch im Alpenvorland und der nördlichen Grenze zu Norwegen. Aber auch die Ostseeküste Schleswig-Holsteins reiht sich in diesen Kreis ein.

Warum ein heimisches Superfood?

Dass der Sanddorn einen hohen Vitamin C Gehalt aufweist, mag kein Geheimnis mehr sein. Im Durchschnitt liegt dieser sogar (deutlich) höher als bei Zitronen oder Orangen. Sanddorn ist aber auch eine der wenigen Pflanzen, die das wertvolle Vitamin B12 enthält, welches auf der Außenschale der Frucht gebildet wird. So wird Sanddorn gerne genommen, wenn es draußen kalt wird oder um präventiv etwas für sich zu tun. Weit verbreitet sind auch Fruchtmuse. Und ja, wir wissen auch um den Sanddorn als Likör, der gerne im Norden getrunken wird. Ein absolutes Superfood also, das aufgrund seiner langen Anbauphase und schwierigen Erntebedingungen vergleichbar teuer ist.

 

[S]

Schafgarbe

Wie sieht die Schafgarbe aus und wo finde ich sie?

Die Schafgarbe fühlt sich besonders auf Wiesen, Weiden und Ackern wohl. Die großblättrige Schafgarbe trifft man hierzulande, aber auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz an. Ursprünglich entstammt die Schafgarbe aber dem subtropischen Raum und der gemäßigten Zone Eurasiens. Die typische Sammelzeit ist im Hochsommer. Bereits im Frühling treibt das Rhizom aus. Anschließend wächst der Stängel, auf dem sich dann die markant weißen Blüten bilden.

Achtung: Doppelgängergefahr! Die Blüten können mit denen des gefleckten Schierling und Riesenbärenklau verwechselt werden. Da letztere einen nicht unerheblichen Giftgehalt enthalten, sollten ungeübte Kräutersammler unbedingt vorsichtig sein.

Warum ein heimisches Superfood?

Die Schafgarbe hat eine Vielzahl an helfenden Eigenschaften. Besonders zu erwähnen sind die ätherischen Öle und Bitterstoffe, weshalb sie gerne zu „Reset-Phasen“ als unterstützende Begleiterin eingesetzt wird. Für Entgiftungsphasen eignet sich bevorzugt eine Tinktur oder ein Tee mit weiteren Wild- und Gartenkräutern, damit auch während der Auszeit genügend getrunken wird. Geschmacklich ist die Schafgarbe würzig und eignet sich besonders als Zutat für Salate, Nudelteige, Kräuterbutter und Pesto/Brotaufstriche. Wer mag nicht den feinherben Geschmack aus der Natur?

[S]

Schwarzer Holunder

Wie sieht der schwarze Holunder aus und wo finde ich ihn?

Es ist meist sehr einfach, ihn zu finden. Er wächst gerne buschig in der Nähe von Behausungen und Waldrändern, wo er bis zu 7m groß werden kann. Zwischen Mai und Juli blühen die großen weiß-gelblichen Blüten, die ein fruchtig-würziges Aroma haben. Im Spätsommer reifen dann die Blüten zu schwarzen Beeren. Achtung: roh sind die Beeren giftig. Auch die Blätter, Zweige und Rinde sind leicht giftig. 

Warum ein heimisches Superfood?

„Vor dem Holler sollst du den Hut ziehen“, so eine alte österreichische Bauernregel, die zum Ausdruck bringt, wie sehr unsere Vorfahren den schwarzen Holunder schätzten. Die Blüten sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie den Flavonoiden. Schon die Indianer nutzten den Holunderblütentee für ihre regelmäßige Schwitzhüttenzeremonien. Ihm werden sanft entwässernde und stoffwechselaktivierende Eigenschaften zugesprochen, sodass er gerne bei Fastenkuren Anwendung findet. Aus den Beeren lassen sich wunderbare Säfte und Sirupe herstellen, die euch durch die kalten Wintermonate bringen. Einfach mal ausprobieren, wie lecker der Geschmack ist.

[W]

Weißdorn

Wie sieht der Weißdorn aus und wo finde ich ihn?

Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn der Weißdorn blüht im Hag, so wird es Frühling auf einen Schlag.“ Die leuchtend weißen Blüten locken nämlich ab Ende April zahlreiche Insekten an. Hier wird auch seine große ökologische Bedeutung für die Tierwelt deutlich – Weißdorn ist eine echte „Futterquelle“. Der dornige Strauch kann bis zu 8 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Die Beeren sehen aus wie Miniaturäpfelchen. In Mitteleuropa heimisch und wild wachsend, sehen sich die Weißdornarten untereinander sehr ähnlich und mögen besonders das Sonnenlicht, kommen aber auch mit Halbschatten gut zurecht. Somit sind Hecken, Gebüsche oder aber auch Laub- und Kiefernwälder ideal. Bei Interesse am Weißdorn im eigenen Garten ist unser Tipp, den zweigriffeligen Weißdorn zu kultivieren, da dieser besonders anspruchslos an Boden und Standort ist. 

Warum ein heimisches Superfood?

Eine Herzensangelegenheit. Während Hildegard von Bingen den Saft und die Frucht des Weißdorns noch als nicht zu „gebrauchen“ beschrieb, wird der Weißdorn heute in der Phytomedizin eingesetzt. Die Blätter, Blüten und Beeren des Strauches werden für die Herstellung von Tinkturen oder für der Zubereitung von Tees verwendet. Pfarrer Kneipp schätzte die Inhaltsstoffe des Strauches sehr und setzte sie unterstützend bei niedrigem Blutdruck, Herz-Kreislaufschwäche, Einschlafstörungen und Nervosität ein.

Aus den kleinen Früchten lässt sich schmackhaftes Mus oder eine Marmelade machen. Auch der Saft der Weißdornbeeren ist ein wahres Superfood. Die Ernte der Früchte erfolgt von September bis November eines Jahres.

Nun zum alten Mythos: Uns entzückt der Gedanke, dass Weißdorn als „Baum der Feen“ bezeichnet wird. Demnach ist der Glaube, gerade aus keltischen Regionen bekannt, dass der Weißdorn Elfen beheimatet und man diesen deshalb besonders zu achten hat. Steht der Weißdorn in einem Dreieck mit Eiche und Esche, bildet sich ein magischer Ort, an dem sich die Elfen sogar zeigen. Wir schmunzeln und sagen: Achtung vor dieser magischen Kombination und schön die Augen offenhalten!

[Z]

Zitronenmelisse

Wie sieht die Zitronenmelisse aus und wo finde ich sie?

Die krautige Zitronenmelisse kann bis zu 30 Jahre alt werden und ist im Mittelmeerraum und Westasien beheimatet. In Mitteleuropa findet man die Zitronenmelisse oft an Waldschlägen mit unglaublichem Eroberungsdrang. Denn die unterirdischen Rhizome streben konstant nach Ausbreitung in ihrer Umgebung. Das funktioniert besonders gut auf humusreichen oder lehmigen Sandböden. Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht dann eine Höhe von bis zu 60cm, im Garten sogar doppelt so hoch. Die volle Blüte wird im Juli erreicht – hier ist das Geschmackserlebnis auch am ausgereiftesten.

Warum ein heimisches Superfood?

Mit der Zitronenmelisse kann man zahlreiche kalte und warme Speisen verfeinern. Das Aroma ist fruchtig, damit passen die Blätter besonders gut zu Milchspeisen oder aber auch zu Fischgerichten. Wer es lieber vegetarisch mag, verfeinert ganz einfach seinen Salat oder Bowle. Schon der berühmte Arzt und Philosoph Paracelsus schwor auf die Kraft der Melisse und nannte sie „Gold der Medizin“. Grund dafür sind die ätherischen Öle. Aus den Blättern lässt sich wunderbar ein Tee oder eine Tinktur herstellen, die einen belebenden Geschmack hat. Am besten direkt morgens oder vor dem Schlafengehen trinken.

Übrigens: Das Wort meli (=Honig) steckt im Namen der Zitronenmelisse und deutet auf die Nutzung als Bienenweide hin. Diese Wortbedeutung kommt uns sehr bekannt vor.

 

Wild gepflückt,
aus dem
eigenen Garten
geerntet oder
von deinem
Kräuterhof
bezogen.
Hier findest
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Portrait.

[B]

Brennnessel

Wie sieht die Brennnessel aus und wo finde ich sie?

30-150 Zentimeter hoch, bestehend aus aufrechten Stängeln mit paarweisen Blättern und Brennhaaren auf der Blattoberseite. An die Wildkräutersammler: Am besten wachsen Brennnessel auf stickstoffhaltigem Erdreich und nährstoffreichen Waldböden zwischen April und Juni. Zur Ernte und Verarbeitung am besten Handschuhe tragen und die Blätter fein hacken. 

Warum ein heimisches Superfood?

Die Brennnessel gilt als Multitalent. Sie ist die hervorragende Begleiterin für Kuren, insbesondere im Frühjahr oder nach stressigen Phasen. Hierzu eignen sich Tees, Tinkturen oder gepresste Säfte des Wild- und Gartenkrauts besonders gut. Aber auch grüne Power-Smoothies lassen sich daraus zaubern. Die kräftige Farbe kommt durch das Chlorophyll der Pflanze, die bei uns sehr beliebt ist. Nicht umsonst gilt sie als sehr robust und wächst, wo man sie wachsen lässt. Brennnesselblätter sind eine schmackhafte Zutat in Salaten, Suppen oder Shakes. Auch in Aufläufen, Torten und Quiche gibt sie einen pikanten Geschmack, der an Spinat erinnert.  Übrigens: Wusstest du, dass das Superfood es sogar auf Speisekarten renommierter Restaurants schafft? Also: Einfach mal ausprobieren!

[G]

Gewöhnlicher Löwenzahn

Wie sieht der Löwenzahn aus und wo finde ich ihn?

Der Löwenzahn hat gezähnte Blätter und gelbe Blüten. Der Blütenstängel ist hohl und beim Pflücken der Blätter tritt weißer Milchsaft aus. Die Pflanze wird bis zu einem halben Meter hoch und blüht von April bis Juli. Fundorte sind Wiesen, Äcker, Wegränder und Lichtungen. Wer aufmerksam durch die Stadt oder den Wald spaziert, findet den Löwenzahn eigentlich überall. Ihr solltet den Löwenzahn aber nicht vom Straßenrand pflücken. Viel besser eignen sich hier Wiesen außerhalb der Stadt oder der eigene Garten, wo keine Abgase sind und keine Hunde ihr Revier markieren. 

Warum ein heimisches Superfood?

Alles ist verwertbar, von der Wurzel bis zur Blüte. In den Blättern ist besonders viel Vitamin C und Provitamin A enthalten. Die jungen Blätter des gewöhnlichen Löwenzahn werden gerne als Morgenroutine im Tee oder Smoothie verwendet. Insbesondere als Unterstützung bei Fastenkuren ist er sehr beliebt. Wir lieben den herb-aromatischen Geschmack im Salat oder als Pesto. Aus den Blüten lässt sich auch wunderbar ein köstliches Gelee machen. Wer den herben Geschmack nicht so gerne mag, kann die Blätter des Löwenzahns eine Weile in lauwarmem Wasser einlegen. 

Übrigens: Es gibt auch Löwenzahnhonig (kräftiges Aroma). Für ein Kilogramm Honig müssen Bienen über 100.000 Löwenzahnblüten besuchen.

[H]

Haferkraut

Wie sieht das Haferkraut aus und wo finde ich es?

Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit an Klima und Boden ist das Haferkraut fast überall zu finden und besitzt ein tiefgreifendes, gut verzweigtes Wurzelnetzwerk. Hafer ist eine äußerst bewegliche und elastische Pflanze. Wenn es windet, tanzen die filigranen Haferhalme leicht und fröhlich im Wind und lassen sich nicht knicken. Der Stängel des Hafers ist dank seines hohlen sowie rundlichen Halms sehr elastisch, weshalb er selbst einen Sturm, der ihn in alle Seiten biegt, meistern kann. Diese Leichtigkeit, Beweglichkeit und Elastizität verleiht dem Hafer seine innere Kraft. Wichtig für alle Gärtner: Das Kraut muss von der Blüte geerntet werden, damit die wichtigen Inhaltsstoffe für uns Menschen verfügbar sind. 

Warum ein heimisches Superfood?

Bereits Hildegard von Bingen (1098-1179) entdeckte den Hafer für sich und schrieb: „Hafer stärkt die Nervenkraft“. Das Power-Gras unterstützt Menschen, zu sich zurückzufinden, die eigene Mitte kraftvoll zu spüren und die aktuelle Lebenssituation mit den Bedingungen, die sie mit sich bringt, zu bewältigen. Besonders beliebt und von vielen Heilpraktikern empfohlen ist der gelbe Haferkraut-Tee oder die Haferkrauttinktur. Der Haferkrauttee schmeckt sehr mild und leicht süßlich. Da er mehrmals am Tag getrunken werden kann, eignet er sich bestens dafür, morgens eine Kanne für den Tag zu Hause zuzubereiten oder auf die Arbeit zu nehmen. Wir empfehlen bei Wild- und Gartenkräutern stets darauf zu achten, dass sie chemisch unbehandelt sind. Falls du kein Haferkraut im Garten anbaust, achte bitte auf eine ökologische Qualität.

[K]

Kapuzinerkresse

Wie sieht die Kapuzinerkresse aus und wo finde ich sie?

In unseren Breitengraden wächst die Kapuzinerkresse in den Gärten vorwiegend einjährig, auch in Balkonkästen. Auffallend sind die schildförmigen Blätter, die annähernd kreisrund sind. Jedes Blatt besitzt neun Blattadern, die strahlenförmig vom Zentrum ausgehen. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün und riechen bzw. schmecken aufgrund der Senföle würzig scharf. Die auffälligen, großen Blüten sind der Namensgeber der Kapuzinerkresse. Das zipfelförmige Aussehen wurde früher mit den Kapuzen der Mönche verglichen. Die Blüten zeigen sich von Juli bis Oktober und haben ebenfalls ein senfähnliches Aroma; wenn auch milder. 

Warum mittlerweile ein heimisches Superfood?

Populär wurde die Pflanze im 19. Jahrhundert, als Ärzte die „Seefahrerkrankheit“ Skorbut erkannten, der durch einen Mangel an Vitamin C auftritt. Vitamin C erhält das südamerikanisch Kraut in Mengen und die Samen lassen sich gut lagern. Zudem war es einfach, die Kapuzinerkresse mit der richtigen Erde auf Schiffen ziehen zu lassen. Auch in den Wohnblocks der Armen, unter deren Bewohner der Vitaminmangel weit verbreitet war, fand die Kapuzinerkresse Anklang. 1958 entdeckte schließlich ein gewisser Dr. Winter, dass die Bezylsenföle in Blüten und Blättern ein Mittel gegen Infektionen darstellen. 

Kapuzinerkresse ist ein grandioses Gewürz in der Küche – der Geschmack ist leicht pfeffrig. Deshalb empfiehlt sich Kapuzinerkresse nicht als Hauptzutat von Salaten oder Suppen, sondern als „i-Tüpfelchen“. In der Naturküche ist Kapuzinerkresse beispielsweise ein Star im Wildkräuter – oder Tomatensalat. Auch auf deinem Brot ein Genuss. 

[L]

Lindenblüten

Wie sieht die Linde aus und wo finde ich sie?

„Dreihundert Jahre kommet sie, dreihundert Jahre stehet sie, dreihundert Jahre gehet sie.“ So lautet ein überlieferter Spruch und erinnert uns daran, dass die gute alte Linde 1000 Jahre alt werden kann. Was für ein Duft, den sie in der Stadt verströmt! Linden sind Laubbäume. Freistehende erkennt man unter anderem an dem geraden Stamm und der ausladenden Baumkrone, die viel Schatten spendet.

Die naturheilkundliche Wirkung des Lindenbaumes war schon früh bekannt. Der Laubbaum mit der ausladenden Krone kann am besten an den herzförmigen Blättern erkannt werden. Wenn ab Juni die Linden blühen, liegt ein besonderer, lieblicher Duft in der Luft. Die Blüten des Baumes haben eine gelb-weißliche Farbe. Die Frucht der Linde ist bis zu 10 mm groß und wie eine Kugel geformt. Zwischen den in Mitteleuropa heimischen Arten, der Winter- und Sommerlinde, gibt es bezüglich ihrer Merkmale kaum Unterschiede. Sobald die Linde in der Blüte steht – bei der Sommerlinde Anfang Juni, bei der Winterlinde einige Wochen später – können die Blüten gesammelt werden. Der Regen kann dafür sorgen, dass die Inhaltsstoffe der Blüten nicht mehr so konzentriert sind, deshalb so früh wie möglich in die Natur und die Blüten direkt nach dem Aufblühen pflücken.

Warum ein heimisches Superfood?

Der Lindenblütentee hat seinen festen Platz in der Naturheilkunde und ist der Klassiker, wenn es draußen kalt wird. Mit seiner kräftigen Note schmeckt er aromatisch und erinnert an einen frühsommerlichen Duft. Wenn du durchkältest nach Hause kommst und befürchtest, dass am nächsten Tag schon der Hals kratzen könnte, sind 1-2 Tassen heißer Lindenblütentee mit Honig das Richtige. Auch die Inhalation von Lindenblüten ist eine sehr beliebte Anwendung. Besonders Kamillenblüten, Salbeiblüten und Thymiankraut passen perfekt dazu. 

Die jungen, zarten Lindenblätter eignen sich auch wunderbar für Salate, Suppen oder grüne Smoothies. Ähnlich wie die Blüten des Holunders können die Lindenblüten zu einem Sirup angesetzt werden. Wir empfehlen, ihn als köstliches Erfrischungsgetränk mit spritzigem Mineralwasser. Wichtig ist, frische Blüten zu verwenden, damit alle Wirkstoffe und Aromen in das Extraktionsgemisch übergehen können.

[R]

Ringelblume

Wie sieht die Ringelblume aus und wo finde ich sie?

Ringelblumen sind ein Muss für jeden Garten! Mit ihrem sonnengelben Aussehen verbreitet sie gute Laune. Botanisch gehört sie zur Familie der Korbblüter und wächst einjährig. Die Ringelblume ist schon so lange bei uns in den Gärten beheimatet, dass man nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, wo sie ursprünglich herstammt. Botanische Studien lassen eine Herkunft im Mittelmeerraum vermuten. Womöglich haben die Kreuzzüge am Ende des 11. Jahrhunderts zu ihrer Verbreitung beigetragen. Ringelblumen blühen je nach Aussaat von Mai bis zum ersten Frost. Sie wachsen buschig-aufrecht und bilden kantig verzweigte Stängel. Sie können je nach Sorte und Standort im Garten 20-60 cm hoch werden. Auch die Farben sind sortenabhängig verschieden – von cremegelb bis kaminrot.

Warum ein heimisches Superfood?

Ringelblumen sind nicht nur hübsch anzusehen und dienen Insekten als Nahrung, sondern sind auch für uns essbar – zumindest wenn das Saatgut auf der Packung entsprechend gekennzeichnet ist. Die Blütenblätter kannst du frisch in Salaten, Dipps und für Kräuterbutter verwenden. Getrocknet sind sie der sensorische Pfiff in Kräutertees. In der Heilkunde schätzt man die Ringelblume für Wundsalben und Tinkturen.

[R]

Rosmarin

Wie sieht der Rosmarin aus und wo finde ich ihn?

Buschig, grünlich, verzweigte Sträucher mit braunen Ästen und einer abblätternden Rinde. So bekannt ist das Bild eines blühenden Rosmarins eher selten, obwohl es das ganze Jahr entstehen kann. Die Blüten weisen dann während der Blüte eine hellblaue, manchmal auch rosa oder weiße Krone auf. Viele hundert Arten gibt es mittlerweile und alle werden zu der Gattung Salvia gezählt. Im westlichen und zentralen Mittelmeerraum findet man häufig wilden Rosmarin, in unseren Breitengraden Mitteleuropas wird Rosmarin primär kultiviert. Dabei liebt der Rosmarin sonnige und kalkreiche Orte.

Warum ein heimisches Superfood?

Kaum ein Superfood wird so breit angewendet wie der Rosmarin. Ob als ätherisches Öl, Duftpflanze, in der Küche oder Heilkunde – in jedem dieser Felder werden spezifische Rezepturen seit jeher eingesetzt. Bekannt ist, dass Rosmarin den Körper in Schwung bringt und einen positiven Einfluss auf den Kreislauf hat. Und nun die Frage an Dich, wo Du den Rosmarin schon überall eingesetzt oder bereits verwendet hast. Unser Tipp, neben einem anregenden Rosmarintee, ist in jedem Fall Rosmarinhonig!

 

[S]

Sanddorn

Wie sieht Sanddorn aus und wo finde ich ihn?

Sanddorn ist in jedem Fall ein „Großer“ unter den Sträuchern, denn er kann bis zu 6m hoch werden. In Mitteleuropa stark verbreitet, werden ab März die einzigartigen Blüten sichtbar. Ab August trägt der Sanddorn seine orangeroten Früchte mit voller Pracht. Ein jeder, der schon einmal diese Frucht in den Händen hielt, kennt die breiige Konsistenz des Fruchtfleisches, welche sich hinter der 6-8 mm großen Hülle verbirgt. Die Früchte werden übrigens gerne von Vögeln gegessen, die die Samen wieder ausscheiden und daher auch mit zu dessen Verbreitung beitragen. Ursprünglich kommt der Sanddorn aus Nepal. Eiszeitliche Verschiebungen trugen zu der weiteren Verbreitung bei und mittlerweile findet sich der Sanddorn unter anderem auch im Alpenvorland und der nördlichen Grenze zu Norwegen. Aber auch die Ostseeküste Schleswig-Holsteins reiht sich in diesen Kreis ein.

Warum ein heimisches Superfood?

Dass der Sanddorn einen hohen Vitamin C Gehalt aufweist, mag kein Geheimnis mehr sein. Im Durchschnitt liegt dieser sogar (deutlich) höher als bei Zitronen oder Orangen. Sanddorn ist aber auch eine der wenigen Pflanzen, die das wertvolle Vitamin B12 enthält, welches auf der Außenschale der Frucht gebildet wird. So wird Sanddorn gerne genommen, wenn es draußen kalt wird oder um präventiv etwas für sich zu tun. Weit verbreitet sind auch Fruchtmuse. Und ja, wir wissen auch um den Sanddorn als Likör, der gerne im Norden getrunken wird. Ein absolutes Superfood also, das aufgrund seiner langen Anbauphase und schwierigen Erntebedingungen vergleichbar teuer ist.

[S]

Schafgarbe

Wie sieht die Schafgarbe aus und wo finde ich sie?

Die Schafgarbe fühlt sich besonders auf Wiesen, Weiden und Ackern wohl. Die großblättrige Schafgarbe trifft man hierzulande, aber auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz an. Ursprünglich entstammt die Schafgarbe aber dem subtropischen Raum und der gemäßigten Zone Eurasiens. Die typische Sammelzeit ist im Hochsommer. Bereits im Frühling treibt das Rhizom aus. Anschließend wächst der Stängel, auf dem sich dann die markant weißen Blüten bilden.

Achtung: Doppelgängergefahr! Die Blüten können mit denen des gefleckten Schierling und Riesenbärenklau verwechselt werden. Da letztere einen nicht unerheblichen Giftgehalt enthalten, sollten ungeübte Kräutersammler unbedingt vorsichtig sein.

Warum ein heimisches Superfood?

Die Schafgarbe hat eine Vielzahl an helfenden Eigenschaften. Besonders zu erwähnen sind die ätherischen Öle und Bitterstoffe, weshalb sie gerne zu „Reset-Phasen“ als unterstützende Begleiterin eingesetzt wird. Für Entgiftungsphasen eignet sich bevorzugt eine Tinktur oder ein Tee mit weiteren Wild- und Gartenkräutern, damit auch während der Auszeit genügend getrunken wird. Geschmacklich ist die Schafgarbe würzig und eignet sich besonders als Zutat für Salate, Nudelteige, Kräuterbutter und Pesto/Brotaufstriche. Wer mag nicht den feinherben Geschmack aus der Natur?

[S]

Schwarzer Holunder

Wie sieht der schwarze Holunder aus und wo finde ich ihn?

Es ist meist sehr einfach, ihn zu finden. Er wächst gerne buschig in der Nähe von Behausungen und Waldrändern, wo er bis zu 7m groß werden kann. Zwischen Mai und Juli blühen die großen weiß-gelblichen Blüten, die ein fruchtig-würziges Aroma haben. Im Spätsommer reifen dann die Blüten zu schwarzen Beeren. Achtung: roh sind die Beeren giftig. Auch die Blätter, Zweige und Rinde sind leicht giftig. 

Warum ein heimisches Superfood?

„Vor dem Holler sollst du den Hut ziehen“, so eine alte österreichische Bauernregel, die zum Ausdruck bringt, wie sehr unsere Vorfahren den schwarzen Holunder schätzten. Die Blüten sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie den Flavonoiden. Schon die Indianer nutzten den Holunderblütentee für ihre regelmäßige Schwitzhüttenzeremonien. Ihm werden sanft entwässernde und stoffwechselaktivierende Eigenschaften zugesprochen, sodass er gerne bei Fastenkuren Anwendung findet. Aus den Beeren lassen sich wunderbare Säfte und Sirupe herstellen, die euch durch die kalten Wintermonate bringen. Einfach mal ausprobieren, wie lecker der Geschmack ist.

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Weißdorn

Wie sieht der Weißdorn aus und wo finde ich ihn?

Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn der Weißdorn blüht im Hag, so wird es Frühling auf einen Schlag.“ Die leuchtend weißen Blüten locken nämlich ab Ende April zahlreiche Insekten an. Hier wird auch seine große ökologische Bedeutung für die Tierwelt deutlich – Weißdorn ist eine echte „Futterquelle“. Der dornige Strauch kann bis zu 8 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Die Beeren sehen aus wie Miniaturäpfelchen. In Mitteleuropa heimisch und wild wachsend, sehen sich die Weißdornarten untereinander sehr ähnlich und mögen besonders das Sonnenlicht, kommen aber auch mit Halbschatten gut zurecht. Somit sind Hecken, Gebüsche oder aber auch Laub- und Kiefernwälder ideal. Bei Interesse am Weißdorn im eigenen Garten ist unser Tipp, den zweigriffeligen Weißdorn zu kultivieren, da dieser besonders anspruchslos an Boden und Standort ist. 

Warum ein heimisches Superfood?

Eine Herzensangelegenheit. Während Hildegard von Bingen den Saft und die Frucht des Weißdorns noch als nicht zu „gebrauchen“ beschrieb, wird der Weißdorn heute in der Phytomedizin eingesetzt. Die Blätter, Blüten und Beeren des Strauches werden für die Herstellung von Tinkturen oder für der Zubereitung von Tees verwendet. Pfarrer Kneipp schätzte die Inhaltsstoffe des Strauches sehr und setzte sie unterstützend bei niedrigem Blutdruck, Herz-Kreislaufschwäche, Einschlafstörungen und Nervosität ein.

Aus den kleinen Früchten lässt sich schmackhaftes Mus oder eine Marmelade machen. Auch der Saft der Weißdornbeeren ist ein wahres Superfood. Die Ernte der Früchte erfolgt von September bis November eines Jahres.

Nun zum alten Mythos: Uns entzückt der Gedanke, dass Weißdorn als „Baum der Feen“ bezeichnet wird. Demnach ist der Glaube, gerade aus keltischen Regionen bekannt, dass der Weißdorn Elfen beheimatet und man diesen deshalb besonders zu achten hat. Steht der Weißdorn in einem Dreieck mit Eiche und Esche, bildet sich ein magischer Ort, an dem sich die Elfen sogar zeigen. Wir schmunzeln und sagen: Achtung vor dieser magischen Kombination und schön die Augen offenhalten!

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Zitronenmelisse

Wie sieht die Zitronenmelisse aus und wo finde ich sie?

Die krautige Zitronenmelisse kann bis zu 30 Jahre alt werden und ist im Mittelmeerraum und Westasien beheimatet. In Mitteleuropa findet man die Zitronenmelisse oft an Waldschlägen mit unglaublichem Eroberungsdrang. Denn die unterirdischen Rhizome streben konstant nach Ausbreitung in ihrer Umgebung. Das funktioniert besonders gut auf humusreichen oder lehmigen Sandböden. Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht dann eine Höhe von bis zu 60cm, im Garten sogar doppelt so hoch. Die volle Blüte wird im Juli erreicht – hier ist das Geschmackserlebnis auch am ausgereiftesten.

Warum ein heimisches Superfood?

Mit der Zitronenmelisse kann man zahlreiche kalte und warme Speisen verfeinern. Das Aroma ist fruchtig, damit passen die Blätter besonders gut zu Milchspeisen oder aber auch zu Fischgerichten. Wer es lieber vegetarisch mag, verfeinert ganz einfach seinen Salat oder Bowle.

Schon der berühmte Arzt und Philosoph Paracelsus schwor auf die Kraft der Melisse und nannte sie „Gold der Medizin“. Grund dafür sind die ätherischen Öle. Aus den Blättern lässt sich wunderbar ein Tee oder eine Tinktur herstellen, die einen belebenden Geschmack hat. Am besten direkt morgens oder vor dem Schlafengehen trinken.

Übrigens: Das Wort meli (=Honig) steckt im Namen der Zitronenmelisse und deutet auf die Nutzung als Bienenweide hin. Diese Wortbedeutung kommt uns sehr bekannt vor.

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